Emsdettener Volkszeitung; 17.03.2020: Ein Bus als Klassenzimmer | Kardinal-von-Galen-Schule Emsdetten

Emsdettener Volkszeitung; 17.03.2020: Ein Bus als Klassenzimmer


4a und 4b der Kardinal-von-Galen-Schule beim Verkehrssicherheitstraining

Ein Bus als Klassenzimmer

Lina Grob

EMSDETTEN. An diesem Vormittag gibt es zwei ganz besondere Unterrichtsstunden für die Kinder der Klassen 4a und 4b der Kardinal-von-Galen-Grundschule. Denn sie finden nicht wie sonst im Klassenraum statt, sondern auf dem Gelände der Emsdettener Busreisen.

Heute steht Verkehrssicherheit auf dem Stundenplan, und zwar in der Praxis. Guido Scholz, Betriebsleiter des Busunternehmens, führt die Klasse 4b zunächst zu einem Linienbus, der auf dem Gelände steht. Er erklärt ihnen schon vor dem Einsteigen Gefahren, die an der Haltestelle entstehen können, vor allem an Schulen, wo viele Kinder drängeln und gerne als erstes einsteigen möchten. Dann geht es in den Bus. Hier erklärt Scholz nicht nur Sicherheitshinweise, sondern auch Verhaltensregeln, um die Busfahrten für alle Mitreisenden so angenehm wie möglich zu gestalten. Dazu geht er auf jedes Piktogramm, das im Bus zu finden ist, genauer ein.

Was bedeutet zum Beispiel das Zeichen mit dem Handy? Die Kinder wissen es: „Handys sind nicht erlaubt.“

Scholz erläutert: „Vor allem in neueren Bussen sollten die Handys ausbleiben, denn es kann wie im Flugzeug zu einer Störung kommen.“ Die Kinder finden das logisch und schlagen vor, dass es doch einfach einen „Busmodus“ im Handy geben könnte. Obwohl die Grundschüler schon vieles wissen, haben sie auch noch viele Fragen zu Zeichen und Knöpfen im Bus, die Scholz gerne erklärt.

Beim Aussteigen gibt es für jeden noch eine Warnweste, die alle Kinder schnell überziehen, denn sicher ist sicher. Dann wird mit der Klasse 4a getauscht. Denn diese Kinder waren vorher im Reisebus und durften selbst aus der Perspektive des Busfahrers erleben, was passiert, wenn jemand im Toten Winkel steht.

„Vor allem in neueren Bussen sollten die Handys ausbleiben, denn es kann wie im Flugzeug zu einer Störung kommen.“

Guido Scholz, Busunternehmer

Jedes Kind darf sich einmal hinter das große Lenkrad des Busses, auf den Platz des Busfahrers, setzten und in den Seitenspiegel schauen.

Neben dem Bus werden von der Verkehrssicherheitsberaterin der Polizei, Susanne Hosch, die rot-weißen Pylonen aufgestellt, neben denen sich zwei Kinder stellen. Noch sind diese für den kleinen Busfahrer gut zu sehen, doch dann gehen sie einen Schritt zur Seite – und schon sind sie auf einmal unsichtbar. So lernen die Schülerinnen und Schüler ganz schnell, dass es sehr gefährlich ist, im Toten Winkel des Busses zu stehen. Und dass sie besser warten können, bis der Busfahrer sie wirklich gesehen hat. Bevor sie weiter mit dem Fahrrad fahren oder abbiegen. Das Bussicherheitstraining findet zum ersten Mal bei den Emsdettener Busreisen statt. „Wir hätten gerne, dass das Angebot auch von anderen Grundschulen angenommen wird“, sagt Scholz. „Das ist eine Initiative der Eltern, sie sind auf uns zugekommen, und wir haben sofort gesagt, dass wir das gerne machen.“

Den Grundschülern hat dieser Tag auf jeden Fall sichtlich gefallen, und sie werden viel davon mit nach Hause nehmen. Und in Zukunft noch sicherer im Straßenverkehr unterwegs sein.